Copa Maresme 2018 - Erinnerungen an eine unvergesslich tolle Freizeit in Spanien

14.04.2018 - 21:11 von Jugend


AdlerUnionisten beim Copa Maresme in Spanien

 

Wie seit vielen Jahren fuhr auch in diesem Jahr eine große Delegation vom Wasserturm zum internationalen Copa Maresme an die Spanische Küste. Mit der B1, C1, C2, C3 sowie den U17- und den U15- Mädchen hatten wir diesmal sechs Teams am Start und stellten somit vor der SG Unterrath (4) sowie Hapoel Tel Aviv und Lutlommel VV aus Belgien (je 3 Teams) die größte Delegation. Auch im Bereich der Mädchen und jungen Damen gab es starke Delegationen: Die SG Bad Neuenahr stellte 4 Teams, vom FC Pegnitz und der JSG Untere Salm kamen drei Teams.

 

 

So fuhren also unsere gut 130 Spielerinnen, Spieler, Betreuerinnen und Betreuer voller Erwartungen 17 Stunden mit dem Bus gen Spanien. Eine gut zehnköpfige Delegation aus Vorstand und Freunden flog (dem Alter und dem Geldbeutel entsprechend ????) hinterher. Für die ganze Delegation war klar: Wir wollten als Verein mit gemeinsamen Erlebnissen noch näher zusammenrücken. Auf dem Fußballparkett wollten wir ordentlichen Sport bieten und gleichzeitig den Wettbewerb nicht zu ernst nehmen. Trotzdem wünschten wir uns zwei oder auch drei Teams in den Finalrunden, um dann mit geballter Kraft Support leisten zu können.

 

 

Das Turnier selber beginnt stets erst am Dienstag und so nutzten wir nach der Ankunft am Samstag sowie am Sonntag in gemischten Gruppen Pool und Meer und erholten uns von den Anstrengungen der Reise. Am Montag boten sich Ausflüge an, eine große 60-köpfige Gruppe gemischt aus allen Mannschaften fuhr nach Barcelona zur Stadt- und Stadion-Tour.

 

Am Dienstag begann dann das Turnier:

 

Unsere B1 startete (trotz der kurzen Nacht) konzentriert und kampfstark in das Turnier mit 31 Mannschaften. Im ersten Spiel musste sie sich allerdings den starken Sportfreunden aus Eisbachtal geschlagen geben, die später Turnierdritter wurden. Egal, noch war alles drin und mit einem klaren 2:0- Sieg nach starker Leistung gegen die SG Breitenburg waren unsere Jungs wieder im Turnier. Im abschließenden Gruppenspiel gegen den FC RS Merl Belair, einen Vertreter aus Luxemburg, reichte dann ein Unentschieden für den Einzug in die Finalrunde. Dort trafen unsere Jungs auf den VfJ Ratheim, den Gruppensieger aus der Vorrundengruppe 7. Diesem spiel- und laufstarken Gegner, der später Vierter des Turniers wurde, waren wir an diesem Tag nicht gewachsen und so war für unsere B1-Jungs im Achtelfinale das Turnier zu Ende. Sportlich können wir zufrieden sein, nur zwei späteren Halbfinalisten hatten sich unsere Jungs beugen müssen. Kleiner Wehrmutstropfen: Niels verdrehte sich im letzten Vorrundenspiel das Knie und musste in den letzten Tagen an Krücken gehen. Trotzdem ließ er es sich natürlich nicht nehmen, sein Team und dann später alle anderen Adler-Teams zu unterstützen. – Gute Besserung!

 

 

Unsere C3 war ganz ohne sportliche Ambitionen angereist. Als reiner Jungjahrgang muss man bei einem so kräfteraubenden Turnier realistisch sein. Und so zeigte sich dann auch an beiden Turniertagen, dass man jeweils im ersten Spiel mit 2x 20 Minuten in der Hitze guten Fußball zeigen kann und dann im zweiten Spiel dem Substanzverlust gegen starke und ein Jahr ältere Gegner aus höheren Ligen Tribut zollen muss. In den ersten Turniertag starteten unsere Jungs mit einer spielerisch sehr starken Vorstellung und siegten gegen Lutlommel VV aus

Belgien mit 1:0 Torchancen. Einziges Manko: der verschwenderische Umgang mit

den vielen Torchancen. Im zweiten Spiel war

die C3 erneut die spielbestimmende Mannschaft, jedoch war eine aus dem Zufall

heraus entstandene Chance für die SG Breitenburg ausreichend, um das einzige

Tor des Spiels zu erzielen. Am

zweiten Turniertag erwartete das

Teams zwei richtiger Knaller. Der Regionalligist SG Unterrath mit bis dato 20:0

Tore und der Holzwickeder SC, designierter Aufsteiger in die Westfalenliga. Im

Spiel gegen die Unterrather boten unsere Jungs einen grandiosen Kampf und

verloren nur mit 0:3 und ging als moralischer Sieger vom Feld. Im zweiten Spiel

des Tages waren dann die Akkus endgültig leer und es wurde nichts aus dem

Einzug in die Finalrunden. Egal: Unsere C3-Jungs zeigten an beiden Turniertagen

gute Leistungen.

 

 

Die C2 war nur mit ganz knappem Kader angereist und konnte trotzdem in der Vorrunde vollends überzeugen. Die Trainer ließen vorne mit geschickter Staffelung konsequent anlaufen und brachten so in allen drei Gruppenspielen die Gegner aus dem Spielrythmus. Gegen die GSV Moers, mit der unsere Mädchenabteilung eng befreundet ist, stimmte hinten die Abstimmung noch nicht ganz, trotzdem wurde dank temporeicher Spielzüge und gieriger Stürmer das Spiel mit 3:2 gewonnen. Gegen den späteren Gruppensieger, die SG Breitenburg, musste man dann die Überlegenheit anerkennen und das Spiel ging mit 0:7 verloren – ein Trost: Die Beitenburger gewannen alle anderen Gruppenspiele zweistellig. Im Abschließenden Spiel gegen US Terre Saint aus der Schweiz musste für die Finalrunden ein Sieg her. Unsere C2-Jungs liefen wieder konsequent an, standen hoch und ließen so den Gegner nie ins Spiel kommen. Vorne brachten wieder klare, schnelle Spielzüge den Erfolg – ein berauschender 7:1-Sieg nach grandioser Mannschaftsleistung! So hatte sich die Truppe ihr Finalspiel verdient. Da wartete dann am nächsten Tag mit Hapoel Tel Aviv ein übermächtiger Gegner, deren Herren-Mannschaft regelmäßig Champions League spielt. Also war die Devise: Mit lautstarker Unterstützung von der Tribüne seine Haut so teuer wie möglich verkaufen. Mit dem Team reisten als Unterstützung die U15-Mädchen sowie die C3-Jungs an und machten mit Trommeln, Trompeten und laustarkem Chorgesang Lärm. So beflügelt liefen unsere Jungs, was die Beine hergaben und versuchten kompakt zu stehen. Der Riegel hielt acht Minuten, dann konnte Hapoel seine Klasse ausspielen und in Führung gehen. Nun wurden unseren Jungs langsam die Füße schwer und Hapoel konnte letztlich die Führung auf 8:0 hochschrauben.  – Kein Beinbruch für unsere C2-Jungs, die in diesem Turnier gezeigt haben, was man mit Teamgeist, Kampfkraft und Mut alles erreichen kann!  

 

 

Unsere C1 spielte ein herausragendes Turnier und ging mit 7 Punkten und 10:2 Toren durch die Vorrunde. Zum Achtelfinale gegen Teutonia Waltrop im engen Stadion direkt am Meer in Caella reisten mit der C2, C3 und den U15-Mädchen etwa 60 Fans mit. Das war auch nötig, denn die Waltroper hatten mit 18:0 Toren die Vorrunde verlustpunktfrei bestritten. In einem kampfbetonten Spiel investierten unsere Jungs letztlich mehr, ließen nur eine echte Torchance zu und konnten selber Mitte der zweiten Halbzeit den Ball über die Linie bringen. Die Trommel gab den Takt vor, der Chor sang Adlerhymnen und so konnten unsere Jungs von einem überragenden Abwehrblock angetrieben den Vorsprung über die Zeit bringen – knapp aber verdient ins Viertelfinale. Auch im nächsten Match konnten sich unsere Jungs auf die Supporter verlassen. Diesmal waren tatsächlich alle anderen Teams anwesend. Mit Trommel und 100-Stimmigem Chor ging es gegen den SV Heisingen. Unsere Jungs zeigten sich nervös und müssten zunächst einen Rückstand hinnehmen. Aber die Adler-Hymnen ließen das Tribünendach beben, die C1 bekam die zweite Luft und konnten unter tosendem Jubel ausgleichen – Gänsehaut pur! Das folgende Elfmeterschießen bestritten unsere Jungs mit breiter Brust und siegten sich ins Halbfinale.

 

Dort wartete Hapoel Tel Aviv (die später das Finale mit 6:0 für sich entscheiden konnten). Der Chor hatte noch Puste, aber bei unseren Jungs ging nun doch langsam der Akku zur Neige. Trotzdem verkaufte die C1 ihre Haut teuer und konnte beim 0:2 das Spiel bis zum Schluss offenhalten. So schieden also unsere C1-Jungs erst im Halbfinale knapp gegen die überragende Mannschaft des Turniers aus und schenkte dabei allen Supportern Gänsehautmomente!

 

 

Unsere U15 hatte gleich im ersten Gruppenspiel mit der SG Bad Nauheim den Seriensieger der letzten Jahre zum Gegner. Bad Nauheim war bis zur Insolvenz Bundesligist und hat sich im Nachwuchsbereich die ambitionierten Strukturen bewahrt. Unsere Mädchen zeigten 12 Minuten ein offenes Spiel und wurden dann zunehmend langsamer im Kopf und mit den Beinen. So geriet das Team dann in Rückstand und fand nicht die Kraft das Spiel zu drehen. Als unsere Abwehrchefin verletzt ausschied, wurden hinten die Räume nicht mehr konsequent zugestellt und Lücken nicht mehr gestopft. So hieß es letztlich 0:3. Kein Beinbruch gegen dieses starke Team. Im zweiten Spiel ließen unsere Mädchen nichts anbrennen und gingen sicher als 4:1 Sieger vom Feld. So gingen unser U15-Mädchen entspannt und gut gelaunt in den zweiten Turniertag. Für den Mittwoch wurde abends in der Besprechung entschieden, früh morgens mit der U17 aufzustehen und diese zu unterstützen. Nicht die perfekte Vorbereitung auf 80 Turnierminuten ab 14 Uhr, aber angesichts der Maxime, vor allem als Verein Erlebnisse zu suchen, nur konsequent. So verbrachten unsere U15-Mädchen also den Vormittag beim Turnier der U17 und konnten dort mit dem Mädchen der MSG Bad Vilbel und von SV Poppenreuth eine Fanfreundschaft anbahnen und bildeten einen vielstimmigen Chor, der lautstark die Teams anfeuerte. Bei Spielen gegeneinander wurde einfach „ … Mädchenfußball ole“ gesungen ????. Als das Turnier der U15 dann startete waren unsere Mädchen im Freizeitmodus und der Gegner, SV Schonnebeck, war hellwach. Ärgerlich, aber eigentlich kein Problem, denn die Schonnebeckerinnen hatten schon nach dem ersten Turniertag nach zwei Spielen ohne Sieg keine Chance mehr auf das Halbfinale, während für unsere Mädchen nur noch das letzte Gruppenspiel von Belang war und gewonnen werden musste. So stand es schnell 0:2 gegen unsere Mädchen. Dann wurde das sportlich bedeutungslose Spiel plötzlich hektisch, nachdem die Schonnebecker Mädchen unsere nun endlich aufkommende Mannschaft, die den Anschlußtreffer geschafft hatte, mit drei überharten Fouls zu bremsen versuchte. Nicht schön, aber das passiert manchmal, wenn Kinder bei allem Engagement das richtige Maß nicht finden. Weniger verzeihlich: Während beide Trainer einträchtig auf der Gegenseite gemeinsam Wasser (?) tranken verwickelte die Schonnebecker Co(?)-Trainerin eine Spielerin und einen Vater in einen unschönen Dialog in türkischer Landessprache. Unseren ebenso unhöflich antwortenden Vater setzte unsere Delegationsleitung sofort in das Begleitauto Richtung Hotel zum Abkühlen. Die Schonnebecker Trainerin wurde vom Schiedsrichter der Anlage verwiesen. Härte gehört zum Fußball dazu und dass das Maß manchmal nicht gefunden wird ist ärgerlich aber nachvollziehbar. Erwachsene, die sich danebenbenehmen, sind noch viel ärgerlicher. Dass nach dem abschließenden Elenbogencheck einer Schonnebecker Spielerin gegen unsere Jüngste, in dessen Folge sich am Jochbein eine taubeneigroße Schwellung bildete, jede Entschuldigung ausblieb, ist dagegen nicht nachzuvollziehen. Dann endlich wieder beim Sport angekommen siegten unsere Mädchen im letzten Spiel des Tages sicher mit 3:1 und zogen somit ins Halbfinale ein.

 

 

Das Halbfinale selber hat dann eine kurze Geschichte: Unser Team spielte ordentlich, aber nicht wirklich gut, konnte den Gegner mit konzentrierter Abwehrarbeit zunächst vom eigenen Tor fernhalten. In der Vorwärtsbewegung ging allerdings nicht viel, weil das Aufbauspiel zu unpräzise war und unsere Stürmer vorne den Ball nicht festmachen konnten. Als in der 17. Minute der Ball nach einem wunderbaren Freistoß im linken Winkel einschlug und kurz nach der Pause eine Unaufmerksamkeit mit dem 0:2 bestraft wurde, war das Spiel entschieden – da half auch die lautstarke Unterstützung der U17 nichts. Unsere Mädchen verzichteten auf das Elfmeterschießen um den dritten Platz, da sie für diese fünf Schüsse eine Stunde hätten warten müssen und fuhren stattdessen zur C1, um diese im Viertelfinale anzufeuern. Den Pokal für den 3. Rang gönnen wir den Mädchen aus Rhede sehr, hatten sie doch trotz langer Nächte und etlicher Bierdosen stets guten Fußball gezeigt.

 

Unsere U17 hatte in ihrem Turnier eine Knallergruppe erwischt. So wollten wir nicht so sehr auf die Ergebnisse gucken. Gegen die Zweitvertretung des ambitionierten Regionalligisten FC Iserlohn wurde 0:3 gespielt, aber ordentlich gespielt und herausragend gekämpft. Der sehr starken MSG Bad Vilbel konnte man nach beeindruckendem Kampf ein knappes 0:1 abringen. Allein gegen den SV Poppenreuth erwarteten wir ein offenes Spiel, aber ausgerechnet hier konnten unser Mädchen ihre Qualitäten nicht abrufen, agierten in der Vorwärtsbewegung zu kompliziert, in der Defensive zu sorglos und verloren so 0:2. Unsere U15 war als Support mitgereist und hatte nach Kräften gesungen und getrommelt. Enttäuscht war aber niemand, denn die kämpferische Leistung hatte gestimmt. Das abschließende Spiel unserer U17-Mädchen war dann ein Erlebnis der besonderen Art – auf dem Feld wie neben dem Feld: Gegen den U17-Bundesligisten aus Bad Neuenahr warfen unsere Mädchen alles rein und verteidigten mit Leidenschaft jeden Meter Boden. Letztlich ging das Spiel mit 0;4 verloren, aber jeden Treffer mussten sich die Bundesliga-Mädchen hart erkämpfen. Neben dem Feld bildete sich währenddessen der ungewöhnlichste Fan-Chor des Turniers: Wir hatten gleich nach dem Viertelfinale der C1 eine Delegation aus Trainern und Betreuern aller Mannschaften in Großraumtaxen zum Spiel gebracht. Und auf der anderen Feldseite stellte sich unsere neue Fanfreundschaft, die MSG Bad Vilbel auf. Fröhlicher und lautstarker Gesang in Sopran und Bassstimmen von beiden Seiten des Spielfeldes – ein Wahnsinnserlebnis für alle Beteiligten. Und bei der Ankunft im Hotel standen Spieler unserer anderen Teams Spalier für unsere U17-Mädchen, die letztlich zwar ohne Sieg geblieben waren, aber eine herausragende kämpferische Leistung gezeigt hatten.

 

So konnten wir also als Verein mit vier von sechs Mannschaften in den Finalrunden und mit gleich zwei Halbfinalisten nicht nur mit der sportlichen Leistung zufrieden sein, sondern wichtiger noch: Die großen, lautstarken Fan-Chöre, mit denen sich die Mannschaften gegenseitig unterstützten, boten für alle Beteiligten ein Gemeinschaftserlebnis der besonderen, unvergesslichen Art.

 Copa

Diese Erlebnisse blieben und vielleicht fahren wir im nächsten Jahr ja schon mit drei Bussen zur Copa Maresme 2019.

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